Rettungsring bei akuter Trauer
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Hier findest Du sofort einen Rettungsring, der Dir bei akuter Trauer weiterhelfen und dich in deiner Trauer unmittelbar begleiten kann. Wir geben Dir hier einen Werkzeugkasten an die Hand, mit dem Du, sollte die Trauer akut zuschlagen, erste Maßnahmen ergreifen kannst.

Brief an das zukünftige Ich – Eine Methode von Peter Pfand

Eine nachhaltig wirksame Methode bei akuter Trauer und ähnlichen Krisensituationen ist das Aufschreiben von Gedanken und den damit verknüpften Emotionen.

Da mir die Schriftstellerei als aktiver Leser und Autor eine unheimliche Ressource ist, fiel mir in vielen Krisen- und Katastrophensituationen mit anschließender Trauer auf, wie sich mein Stresslevel deutlich senkte, die Traurigkeit ertragbar und die Situation kontrollierbar wurde. Durch das Niederschreiben meiner Gedanken konnte ich akute Grübelspiralen durchbrechen und scheinbar endlos belastenden Emotionen sanft integrieren, indem ich sie verbal nachfühlte. Diese Erfahrungen habe ich zu einer schnell wirksamen Technik komprimiert, welche ich Dir nun vorstellen möchte.

Der Brief an Dich selbst.

Bei dieser Technik geht es darum, dass Du einen Brief verfasst, welcher an Dein zukünftiges Ich adressiert wird. In diesem Brief kannst Du all deine Wünsche, Hoffnungen oder Ziele fixieren, die Du für Dein zukünftiges Leben hast. Egal ob aktuell erreichbar oder nicht. Rumspinnen ist erlaubt! Aber auch Ängste, Befürchtungen und aktuelle Misserfolge, aus denen Du lernen willst darfst Du in diesen Brief für Dein zukünftiges Ich niederschreiben. Du hast freie Hand darüber, welchen Inhalt dieser Brief haben soll. Wichtig ist nur, dass Du Deinem zukünftigen Ich das mitteilst, was Dir aktuell sehr am Herzen liegt. Da gibt es kein richtig oder falsch. Alles zählt, was Du in
diesem Moment mitteilen möchtest. Den Brief kannst Du nach Fertigstellung kuvertieren und an einem sicheren Ort verwahren.
Wenn die Zeit reif ist, oder der gewählte Zeitpunkt in der Zukunft eingetreten ist, kannst Du Dir diesen Brief noch einmal durchlesen und reflektieren.

Drei Power-Fragen zur Stärkung Deiner Resilienz in der Trauer – Eine Methode von Friedrich Stratmann

Resilienz beschreibt die psychische Widerstands- oder Regenerationsfähigkeit. Resilienz ist eine wertvolle Ressource, die Du zur Trauerbewältigung nutzen kannst. Wie hoch Deinepersönliche Resilienz ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, z. B. auch welche Erfahrungen Du bereits mit Trauer und Verlusterlebnissen gemacht hast. Möglicherweise gab es in der Vergangenheit bereits Verluste und Krisen, die Du bewältigt hast und die Erfahrung gemacht hast, dass es möglich ist, Wege aus der Trauer zu finden. Das Spannende ist: Egal, wo Du gerade stehst, Du kannst deine Resilienz bewusst trainieren.

Die folgenden drei Fragen können Dir helfen, deine seelische Gesundheit in der Trauer bewusst zu stärken.

Was tut mir gut?

Was macht Dir Freude? Häufig vergessen wir in der Trauer und Krise, was uns tatsächlich gut tut und Energie schenkt. Überlege Dir auch: Was hat Dir früher(in einer ähnlichen Situation) gut getan (z. B. Sport, Musizieren, Malen, Spazieren in der Natur, Meditation)?

Wer tut mir gut?

Wer ist die Person, zu der Du gehst, wenn es Dir richtig schlecht geht? Mit wem kannst Du offen reden? Vielleicht sind es auch Menschen, die sonst eher in der „zweiten Reihe“ stehen, aber trotzdem für Dich da sind.

Wofür tue ich das, was ich tue?

Hier geht es um Deine Werte. Nach welchen Werten lebst Du? Was ist dir wichtig? Überlege Dir auch immaterielle Werte, die Dich von innen heraus bereichern und Dir ein Anker sind, egal was im Außen passiert (z. B. Dankbarkeit, Liebe, Wertschätzung, Lebendigkeit, Eigenverantwortung).